dieruhrgebietsradler

Rad im Alltag

 

 

Ganz aktuell die Info über eine verkehrspolitische Fehlentscheidung, Katastrophe, Dummheit und alles was man sich sonst noch vorstellen kann. Stand Januar 2020.
Der Ausbau der A59 mitten durch Duisburg wird nicht nur auf 6 Spuren (plus 2 "Manövrierspuren") durchgeführt, sondern auch noch als Hochstraße und nicht in einem Tunnel.
Infos dazu:
http://dufuerdentunnel.de/

 

Nebenbei bemerkt, wurde gerade zusätzlich mit den Vorarbeiten für den Ausbau der Rheinbrücke der A40 auf 8 Spuren (!!!) begonnen - ebenfalls mitten in Duisburger Stadtgebiet. Der durchgeführte Kahlschlag ist gewaltig.

 

Ferner: Das Autobahnkreuz Kaiserberg in Duisburg soll ab 2021 auf sechs Spuren ausgebaut werden. Durch dieses Autobahnkreuz A40 / A3 mit riesigen "Ohren" gehen noch Bahnlinien, nämlich die Hauptstrecke Regionalverkehr Köln/Düsseldorf ins Ruhrgebiet, Nebenstrecke ins nördliche Ruhrgebiet, Fernverkehr in Ost-West-Richtung der Strecke Köln-Dortmund und ordentlich viel Güterverkehr.
Man kann da mittenhindurch wandern auf einem kleinen Wanderweg mit Brombeerhecken. Es wäre fast schon idyllisch, wenn nicht dieser unglaubliche Lärm wäre, und die Schilder, die sehr glaubhaft darauf hinweisen, dass man sich in der "Hölle Kaiserberg" befindet.
Übrigends: Alles auf dem Stadtgebiet von Duisburg.
Der Ausbau des Autobahnkreuzes wird ein beachtlicher Fortschritt sein.

 

Auch die A3 wird auf Duisburger Stadtgebiet um weitere 2 Spuren verbreitert.

 

Und: es ist schon jetzt klar, dass sich der Stau nicht verringern wird.

 

Das ist keine Verkehrswende, das ist mit Vollgas in die alte Richtung. Ziel: Katastrophe.

 

Ich bin davon überzeugt, dass das Auto den Menschen, den Städten, der Natur, den Kindern nicht gut tut, zumindest in der Menge in der es benutzt wird und mit der Bedeutung, die ihm gegeben wird.
Meine Partnerin und ich leben seit einigen Jahren autofrei, d.h. wir besitzen keines und benutzen nur eines wenn es gar nicht anders geht, das ist so ungefähr 1 bis 2 Mal im Jahr.

Zu Fuß, mit dem Rad, dem ÖPNV und der Bahn kommen wir gut und meist entspannt klar, nicht nur auf Radtouren sondern gerade auch im Alltag. Meist ist eine Kombination S-Bahn oder RE und Rad, evt. Faltrad die beste Lösung.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das zumindest in Duisburg und Umgebung gut geht. Angeblich soll es ja nicht nur auf dem Land sondern sogar im Ruhrgebiet unmöglich sein, siehe die täglichen Staumeldungen auf der A40, A42, A59, A2, A3 ...

Wir investieren einen kleinen Teil des gesparten Geldes in qualitativ hochwertige Ausrüstung:
In ein tolles Birdy von r+m, ein schönes Trekkingrad von tout terrain, ein Liegerad von hp velotechnik, einen genialen Anhänger von hinterher, gute Regenkleidung, und jetzt noch in ein B-Turtle. Das sind alles angeblich "teure" Produkte, die aber inzwischen teilweise fast 20 Jahre zuverlässig im harten und täglichen Einsatz sind und somit nicht "teuer" für uns waren.

 

Eine kleine Bildergeschichte für Leute, die öfter mal einen größeren Einkauf machen oder etwas zu transportieren haben

- ohne Auto und ohne Platz oder Geld für ein Lastenrad

 

Zu Hause wird der Anhänger mit der Weber-Kupplung angekoppelt, beim Supermarkt abgekoppelt und die Deichsel um 90 Grad gedreht. Mit dem Handwagen geht's in den Laden

 

Der Einkauf kommt direkt in die Kiste und wird an der Kasse bezahlt

 

Auf dem Parkplatz Deichsel wieder drehen, Hänger ankoppeln. Wieder zu Hause...

 

... kommen die Räder in die Hängerwanne, Deichsel dazu und der ganze Hänger an die Wand

 


Und natürlich, was ich ganz wichtig finde:
die Critical Mass, die es auch ihn Duisburg hoffentlich gerade schafft, dauerhaft über die kritische Masse von 16 Teilnehmern hinaus zu kommen.
Mitmachen !!! In Duisburg oder sonstwo.

In vielen Städten weltweit findet eine Critical Mass statt.

Ohne Organisation, ohne Leitung, ohne politische Zeichen,
ohne kommerzielle Interessen treffen sich Menschen,
um gemeinsam in ihrer Stadt Rad zu fahren.
Da sie in einer möglichst großen Gruppe durch die Stadt fahren,
wollen sie radfahrend wahrgenommen werden.
Sie sind davon überzeugt, dass das Fahrrad gerade im Alltag eine viel größere Rolle spielen kann und muss als bisher.
- Wir behindern nicht den Verkehr,
wir sind Verkehr -

Die Route ist nicht festgelegt, wer vorne fährt, führt. Wer Lust dazu hat, fährt vorne.

Im Vordergrund stehen Spaß und Freude am Radfahren.
Die Touren dauern ca. 90 Minuten und enden am Startpunkt. Das Tempo ist gemütlich.